Hector schießt SVA zum fünften Masterssieg

SAARBRÜCKEN Mit einem Drehschuss aus kurzer Distanz hat Lucas Hector Fußball-Saarlandligist SV Auersmacher am gestrigen Sonntag zum Masters-Sieg geschossen. Der Bruder von Nationalspieler Jonas Hector erzielte im Finale gegen den VfL Primstal knapp fünf Minuten vor Schluss den Treffer zum 2:1-Endstand. Nachdem die Schlusssirene ertönte, brachen im grün-weißen Fanblock alle Dämme. Etliche Anhänger stürmten aufs Feld, um mit den Spielern gemeinsam zu jubeln. In der schon im Vorfeld mit 3200 Zuschauern ausverkauften Saarlandhalle hatten die SV-Anhänger beim 27. Volksbanken-Masters des Saarländischen Fußball-Verbandes lautstarke Stimmung gemacht. „Es ist Wahnsinn zu sehen, was jetzt hier los ist“, meinte Siegtorschütze Hector strahlend. „Ich bin total euphorisch. Wir hatten nicht wirklich damit gerechnet, hier zu gewinnen“, ergänzte der 30-Jährige, der als einziger Spieler auch schon beim bislang letzten SVA-Triumph 2011 mit dabei war. Gedämpfter war dagegen die Stimmung am anderen Ende der Halle bei den VfL-Spielern und ihren Anhängern. „Wenn man ein Finale verliert, ist man natürlich enttäuscht, aber insgesamt können wir mit Platz zwei zufrieden sein“, meinte Primstals Pascal Limke, nachdem der erste Frust sich gelegt hatte. Limke schoss im Finale früh das Primstaler 1:0, Felix Laufer glich aber schnell aus. Für den SV Auersmacher, der in der Qualifikation erst in letzter Sekunde als letztes Team das Masters-Ticket gelöst hatte, war der Titel ein ganz besonderer. Denn die Grün-Weißen bauten mit nun fünf Masters-Siegen ihre Führung als alleiniger Rekordchampion vor einigen Teams mit je drei Masters-Siegen aus. Und das im Jubiläumsjahr – der Club wird dieses Jahr 100 Jahre alt. Primstal hatte sich zuvor in einem dramatischen Halbfinale mit 3:2 gegen Oberligist FV Diefflen durchgesetzt. Zehn Sekunden vor dem Ende hatte Diefflen die Riesenchance, per Zehnmeter-Strafstoß zum 3:3 auszugleichen. Doch der Schuss von Artur Mielczarek prallte zunächst an den Körper von VfL-Torwart Simon Holz. Von dort ging der Ball an den Innenpfosten und sprang heraus. Nicht minder dramatisch war die zweite Partie der Vorschlussrunde zwischen Oberligist Wiesbach und Auersmacher. Der FC Hertha drehte zunächst einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung um. Doch Auersmachers Fabian Lauer rettete sein Team mit dem 3:3 in die Verlängerung. Dort brachte Yannik Hoffmann den SVA mit einem verwandelten Siebenmeter in Führung. Kurz danach sah Hertha-Torwart Julian Wamsbach nach einem harten Einsteigen gegen Nils Cuccu außerhalb des Strafraums Rot. In Überzahl machte Hector etwas mehr als eine Minute vor Schluss mit dem 5:3 den Sack zu, ehe das Spiel 7:3 endete. Bei Wiesbach war der Ärger nach dieser Partie groß. Der Grund: Auersmacher hatte nach der regulären Spielzeit fünf Mannschaftsfouls. Ab dem sechsten gibt es einen Zehnmeter für den Gegner. Doch zur Überraschung aller wurden die Mannschaftsfouls von Auersmacher vor der Verlängerung gestrichen. „Das ist eine absolute Frechheit. Diese Regel wurde bislang noch bei keinem Qualifikationsturnier angewandt. Und heute im Halbfinale wird das so entschieden“, ärgerte sich Hertha-Präsident Helmut Berg. Sein Team verlor danach auch noch das Spiel um Platz drei mit 5:7 gegen Diefflen. Der letzte Treffer der Partie gelang Diefflens Fabian Poß, der sich so mit acht Treffern die Torjägerkanone sicherte. Titelverteidiger SV Röchling Völklingen flog mit drei Niederlagen früh raus. Der Oberligist stand nach dem 2:4 gegen den VfB Dillingen zum Auftakt und dem 1:5 gegen Wiesbach als erstes ausgeschiedenes Team fest.

(Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 04.02.2019)